| Von Klopfzeichen und Dunkelkammern |
| Geschrieben von: Lisa Nowotny | |
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Geschichtsunterricht außerhalb der Schule durften wir, die Klasse 10/1, am Donnerstag, den 8.12. erleben. Voller Erwartungen und Interesse kamen wir am ehemaligen Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, in Rostock an. Dort nahm uns eine sympathische Frau in Empfang, die selbst von den schrecklichen Maßnahmen der „STASI“ gegen DDR-Bürger betroffen war. In verschiedenen Gruppenarbeiten erfuhren wir nach und nach mehr über Verhörmethoden, Alltag der Häftlinge, Bespitzelung oder Strafen wie z.B. der Aufenthalt in einer Dunkelkammer und durften uns das Gefängnis in Ruhe angucken, um über das Gesehene nachdenken zu können und um natürlich ein paar Fragen an die Mitarbeiterin zu stellen. Die strengen Vorschriften, an die sich alle Häftlinge halten mussten und vor allem wahre Geschichten, die dort festgehalten wurden, sorgten bei fast allen für Entsetzen und führten zu vielen Fragen. Normalerweise kennt man Geschichten von Flüchtlingen oder Bespitzelungen nur aus Filmen, die von bekannten Schauspielern gespielt werden, doch die Nähe zur Realität in dem Gefängnis und die Tatsache, dass man wusste, dass es den eigenen Eltern genauso hätte ergehen können, war für viele eine neue Erfahrung. So gab es beispielsweise einen Mann in diesem Gefängnis, der versucht hatte aus dem Westen zu fliehen. Er wurde verhört und sagt zunächst nichts zu diesem Vorfall, bis ein Mitarbeiter der Staatssicherheit versuchte ihm zu drohen. Er würde seine Frau verhaften lassen, wenn er nichts sagt-der Mann gestand die Tat, um seine Frau zu schützen. Auch wenn man in unterschiedlichen Medien von diesen Vorgehensweisen hört, war es für uns etwas anderes, die Zellen und die Freihöfe direkt vor uns zu sehen und zu erkennen, welche psychische Belastung das für die Häftlinge gewesen sein musste, z.B. keinen Kontakt zu anderen Personen haben zu dürfen. Klopfzeichen, die wir nachstellen durften oder ein einfaches Husten waren verzweifelte Versuche, mit anderen Häftlingen Kontakt aufzunehmen. Nach einer kleinen Gesprächsrunde und der Auswertung des Tages und der Gruppenarbeiten war die Exkursion beendet.
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