| Mit den Schlittschuhen ins Gefängnis |
| Geschrieben von: Malwine Fischer | |||
|
Ein Besuch in der Rostocker Eishalle liegt in dieser Jahreszeit nicht fern- ja, eigentlich nur eine Zugfahrt. Wir als Klasse 8/1 beschlossen also am Wandertag Eislaufen zu gehen und dies mit einem Besuch der nicht allzu weit entfernten Stasi-Zentrale zu verbinden. Ein Glück, dass wir die Eishalle ganz für uns allein hatten, denn, ob geborgte oder eigene Schlittschuhe, auf der Eisfläche zählte letztendlich nur die Geschwindigkeit, die kunstvollste Drehung (ob gelungen oder nicht) und natürlich hauptsächlich der Spaß! Danach ging es in die Rostocker Innenstadt und kurz darauf zur Stasi-Zentrale. Hinter einigen Wohnblöcken steht sie dann- unerkannt und unerwartet. Weil in fast allen Wohnungen der Umgebung Stasi-Mitarbeiter wohnten, war es damals eines der bestgehüteten Geheimnisse, erklärte uns unser Begleiter. Auch erzählte er uns geduldig Vieles vom DDR-System und was mit Andersdenkenden geschah. Zum Beispiel zeigte er uns gleich als erstes den „Bus“ in dem vier winzige Zellen und Platz für Fahrer waren. Dann sahen wir das eigentliche Gefängnis mit Freilauf und auch die Dunkelzellen. Keiner konnte so recht glauben, wie es den Menschen hier ergangen war, denn das alles so hautnah zu sehen ist ebenso interessant wie gruselig.
Leider hatten wir für beides zusammen viel zu wenig Zeit, um die Eishalle vollständig ausnutzen und die Informationen in der Stasi-Zentrale besser begreifen zu können. Dennoch war es alles in allem ein gelungener Ausflug.
|
