| Lebenslauf von Richard Wossidlo |
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Die wichtigsten Stationen im Leben von Richard Wossidlo, zusammengestellt von Hans-Friedrich Fischer, in einer tabellarischen Übersicht. ![]() Als drittes Kind des Rittergutbesitzers Adolf Ferdinand Wossidlo und seiner Ehefrau Mathilde, geborene Kohrt, am 26. Januar in Friedrichshof (zwischen Tessin und Gnoien) zur Welt gekommen. 1863 Früher Tod des Vaters. Die Mutter zieht mit ihren vier Kindern nach Bützow. Besuch der Realschule. Häufiger Aufenthalt auf dem Pachtgut des Großvaters Kohrt im nahen Kurzen Trechow. 1872 - 1876 Besuch des Gymnasiums in Rostock (Große Stadtschule). Ein besonderes Interesse für alte Sprachen tritt hervor. Es kommt zu einer intensiven Beschäftigung mit der Antike, besonders mit der griechischen Sagenwelt. In den Ferien wird gern der Onkel Burmeister auf Hof Körkwitz bei Ribnitz besucht. Berührung mit der Sprache und dem Brauchtum der Tagelöhner. 1876 - 1882 Studium der klassischen Philologie in Rostock, Leipzig und Berlin. 1883 - 1884 Schwere Schaffenskrise. Abruch der kräftezehrenden Dissertation auf dem Gebiet der Gräzistik (Griechische Sprache). Die nüchterne Thematik überfordert den den künstlerisch veranlagten Studenten. Rückkehr nach Rostock, Abschied von der bisherigen Vorstellung über eine Hochschullaufbahn. Examen für das Lehramt in Griechisch und Latein an höheren Schulen. 1884 Beginn der Sammelarbeit auf dem Feld der Mundart und Poesie der Mecklenburger. 1885 - 1886 Hilfslehrer an der Großen Stadtschule in Wismar (Probandenzeit). 1885 Erscheinen des ersten Heftes "Volkstümliches Mecklenburg". 1886 Beginn der Tätigkeit als Lehrer am Gymnasium in Waren. 1890 Die Reisen durch beide Mecklenburg beginnen. Die Erfolge bei der Sammeltätigkeit beflügeln zu weiten Wanderungen von Dorf zu Dorf. 1891 Freistellung vom Dienst für einen Sommer zur Erforschung der Volksüberlieferungen. 1897 Der 1. Band der "Mecklenburgischen Volksüberlieferungen" erscheint bei Hinstorff in Wismar. 1899 Der 2. Band der "Mecklenburgischen Volksüberlieferungen" erscheint. 1906 Der 3. Band der "Mecklenburgischen Volksüberlieferungen" erscheint. Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Rostock. 1910 Druckschrift "Im Lande Fritz Reuters". 1912 Übergabe von 3500 gesammelten Gebrauchsgegenständen und Trachten an das Schweriner Museum. Verleihung der "Großen Medaille für Kunst und Wissenschaft" durch den Großherzog Friedrich Franz IV. 1916 Tod und Begräbnis der Mutter in Ribnitz. 1922 Freistellung vom Dienst am Gymnasium für die Forschungsarbeit. 1923 Auszeichnung mit dem John-Brinckman-Preis der Stadt Rostock. 1924 Pensionierung als Oberlehrer mit dem Titel eines Gymnasialprofessors. 1926 Hermann Teuchert beginnt die Arbeit am "Mecklenburgischen Wörterbuch" mit der Übernahme großer Teile der Wossidloschen "Zettelsammlung". 1929 Ernennung zum Ehrensenator der Universität Rostock. 1931 Der 4. Band der "Mecklenburgischen Volksüberlieferungen" erscheint. 1934 Erneute Verleihung des John-Brinckman-Preises der Stadt Rostock. Auszeichung mit der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft durch die Regierung Mecklenburgs. Ehrenbürger der Stadt Waren. 1937 Auszeichnung mit der Leibnitz-Medaille. 1939 Zum 80. Geburtstag bereitet ganz Mecklenburg dem großen Sohn des Landes in Waren eine Festwoche. Es wird für den Jubilar die letzte Dankesbekundung seines Volkes. Der 1. Band der "Mecklenburgischen Sagen" erscheint. Am 4. Mai verstirbt der Volkskundler im Weinbergschloß in Waren. Die Beisetzung erfolgt am 8. Mai in Ribnitz.
Quelle: Hans-Friedrich Fischer
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